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Das Williams-Beuren-Syndrom (WBS), auch bekannt unter den Synonymen Williams-Syndrom, Fanconi-Schlesiner-Syndrom, idiopathische Hyperkalzämie oder Elfin-face-Syndrom, ist eine genetisch bedingte Besonderheit, deren Ursache in einen Stückverlust (= Deletion) auf dem Chromosom der Nummer 7 liegt.
Ursache
Seit 1993 ist bekannt, dass die
Ursache des WBS eine Veränderung von mindestens 20 Genen auf dem langen Arm des
Chromosoms der Nummer 7 ist: Bei 97 von 100 Menschen lässt sich eine Deletion
(= Stückverlust) im Bereich q11-q23 nachweisen, was als contiguous-gene-syndrome
(= Verlust mehrerer benachbarter Gene auf einem Chromosomenabschnitt) bezeichnet
wird. Dies entsteht durch spontane Mutation und wirkt sich dahingehend aus, dass
es unter anderem Störungen des Elastin-Gens hervorruft, das für die Bildung
von Bindegewebe mitverantwortlich ist. Die Auftretenshäufigkeit des WBS liegt
bei etwa 1:10.000 bis 1:20.000.
Diagnose
Die Diagnose des WBS erfolgt
durch eine molekularzytogenetische Untersuchung von einigen Millilitern von mit
Heparin versetztem Vollblutes. Mittels des FisH-Tests mit Elastin-Sonde /
Chromosom 7q11.23 spezifischer Sonde kann die betreffenden Genbesonderheit auf
dem Chromosom 7 nachgewiesen werden.
Vorgeburtlich (= pränatal) ist
die Diagnosestellung theoretisch möglich, wenngleich der entsprechende Test
(Analyse von kindlichen Zellen, die meist aus dem Fruchtwasser gewonnen werden)
nicht routinemäßig angewandt wird, und auch bei Anwendung des Tests nicht
routinemäßig nach dieser Besonderheit gesucht wird. Von daher wird ein WBS
vorgeburtlich im Rahmen von Pränataldiagnostik nur selten festgestellt.
Generell wird die Diagnose
nachgeburtlich (= postnatal) oft erst vergleichsweise spät gestellt, teilweise
erst im Kindergarten oder Grundschulalter. Möglicherweise liegt dies daran,
dass die Besonderheit und ihre Symptomatik vergleichsweise unbekannt ist, da sie
eher selten vorkommt.
Symptome
Mit der Zeit sind verschiedene
Merkmale beschrieben worden, die häufig bei Menschen mit WBS auftreten. Nicht
alle Menschen weisen alle Merkmale auf beziehungsweise nicht alle Merkmale sind
in gleich starker Ausprägung festzustellen:
Sonstige Merkmale
Sehr viele Menschen mit WBS mögen
Musik, merken sich Lieder und Melodien gerne und haben ein ausgeprägtes
Rhythmusgefühl. Dabei sind sie sehr geräuschempfindlich, zum Teil sogar überempfindlich.
Nicht wenige verfügen über ein absolutes Gehör.
Ihr räumliches
Vorstellungsvermögen ist vergleichsweise schlecht (räumlich-visuelle
Konstruktionsdefizite), sie haben Konzentrationsschwierigkeiten, erkennen
allerdings Gesichter sehr schnell wieder.
Das Lesen fällt ihnen meist
recht leicht, viele fangen schon deutlich früher als Regelkinder an zu lesen
(Hyperlexie).
Ihre Sprache entwickelt sich
gut, sie sprechen in der Regel flüssig, reden gern, extrovertiert und freudig
und sind meist sehr sprachgewandt. Dadurch werden ihre kognitiven Fähigkeiten
oft überschätzt, was zu einer Überforderung der Kinder führen kann (zum
Beispiel im Schulunterricht).
Sie zeigen sich insgesamt
gesehen eher ängstlich als optimistisch und machen sich insbesondere auch auf
die Zukunft bezogen Sorgen um sich und andere Menschen.
Ein auffälliges Merkmal ist
die häufige Distanzlosigkeit gegenüber fremden Menschen: Während Regelkinder
übliche Phasen des Fremdelns durchleben, sind Kinder mit WBS oft durchgehend
offene, kontaktfreudige und gesellige Kinder.
Menschen mit WBS sind
lebenslang auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen, können jedoch mit der nötigen
Assistenz ein individuelles Maß an Selbständigkeit entwickeln.
Die Lebenserwartung von
Menschen mit WBS ist normal, sofern nicht medizinische Probleme und organische
Fehlbildungen dem entgegenstehen.
Therapie
Ein WBS ist nicht ursächlich
heilbar. Die häufigsten Therapiemethoden, durch die Kinder mit WBS in ihrer
Entwicklung gut gefördert werden können, sind heilpädagogische Frühförderung,
Krankengymnastik und Ergotherapie. Besonders die musikalische Begabung und die
Sprachgewandtheit sollten besonders gefördert werden.
Wichtig sind regelmäßige
Blutdruckkontrollen (auch schon im Kindesalter), eine gründliche Zahnpflege
sowie die Kontrolle des Gehörs und gegebenefalls des Schielens.
Ein besonderes Augenmerk muss
sowohl auf den Kalziumgehalt des Blutes und eine eventuell nötige Diät gelegt
werden, als auch auf innerorganische Besonderheiten im Bereich des Herzens und
der Nieren. Gegebenenfalls sind in diesem Bereich Korrekturoperationen
notwendig.
Im höheren Alter ist die
Behandlung einer eventuell auftretenden Skoliose wichtig.
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Williams-Beuren-Syndrom (http://de.wikipedia.org/wiki/Williams-Beuren-Syndrom) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia (http://de.wikipedia.org/) und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation (http://www.gnu.org/licenses/fdl.txt). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren (http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=http://de.wikipedia.org/wiki/Williams-Beuren-Syndrom&action=history) verfügbar.